Meine Apple Story (Part 1)

August 11, 2009 · Posted in Geek · 1 Comment 

Vor Jahren, ich denke so etwa 15, habe ich im Rahmen meines Zivildienstes eine regelmäßig erscheinende Zeitung für eine -nennen wir es mal “Altenheim-Kette”- betreut und dafür ganz klassisch einen Mac genutzt. Ich habe es gehasst. Abgrundtief. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits meine Ausbildung und danach ein Jahr Arbeit in Projekten hinter mir (während dessen sich meine Firma von einer Unabkömmlichkeitserklärung zur nächsten hangelte, damit ich nicht zum Bund/Zivildienst muß.. was dann aber irgendwann nicht mehr weiter half) und hatte entsprechend bereits eine deutliche Idee davon, wie ein System in einem professionellen Umfeld performant und stabil laufen sollte und auch kann. Aber diese Drecksmöhre mit MacOS (6 iirc) war dermaßen langsam und instabil, daß es einen in den Wahnsinn trieb und war so gar nicht mit DEC Workstations vergleichbar. In diesen Tagen habe ich eine immer noch nicht ganz überwundene tiefsitzendende Abneigung gegen Apple Computer entwickelt.

Seit dem ist viel Wasser die Elbe runter, wie man so sagt.. dieser Tage treten andere Probleme in den Vordergrund. Trotz dem ich überhaupt nichts mit dem Apple-Metroimage anfangen kann und noch weniger mit dieser belustigenden bis abstoßenden Fanboy-Community, habe ich seit langem einen iPod und seit ein paar Wochen sogar ein iPhone.

Ich gebe zu, ich leide unter einer Krankheit, die ein kluger Mensch einmal “Antizyklischen Opportunismus” genannt hat. Es gibt Leute, die jeder noch so dämlichen Mode hinterher laufen – ich lauf vor jeder davon. Dh. will es die Mehrheit, will ich es nicht. Immerhin wählt die Mehrheit in Deutschland rechtskonservativ bis neoliberal und liest Bild (aka: ist doof wie Knäcke). Damit kann ich mich nicht identifizieren, das bin ich nicht. “Leiden”, weil es mich in meiner versucht-objektiven Entscheidungsfindung häufig einschränkt. Manchmal wurde ein Gerät einfach am häufigsten verkauft, weil es das Beste auf dem Markt ist. Das gibt es wirklich! Warum zum Teufel soll mich es stören, daß irgendwelche mittdreißiger Schlipsträger das Teil als Statussymbol zum Caipirinha-Trinken auf die Afterwork-”Party” mitbringen. Sollte es nicht. Tut es aber. Genau deshalb warte ich mit solchen Dingen meist so lange, bis es zumindest so weit die Gesellschaft durchdrungen hat, daß es niemandem mehr auffällt, wenn man an dieser Mode teilnimmt. Ist jemandem vielleicht  auch aufgefallen, daß es heutzutage keine schwarzen Ohrstöpsel (ich meine die Kopfhöhrer) gibt? Einfach mal U-Bahn fahren.. sind alle weiß. Das ist für mich ausreichend Legitimation, obwohl es trotzdem noch Frotzeleien von Kollegen gab, aber das war im schlimmsten Fall Neid oder Mißgunst und mit beidem kann ich deutlich besser leben, als wenn man mich für einen Caipirinha-Trinker halten würde (s.o.).

Zu den Alternativen zum iPod möchte ich mich jetzt nicht äußern, da stecke ich nicht mehr allzu weit drin. Die Entscheidungsfindung, die letztlich zum iPhone führte ist jedoch relativ frisch, deshalb kann man das ja mal kurz ausführlicher behandeln. Im Winter ist mir auf dem Kiez meine Jacke geklaut worden. Es war schweinekalt und deshalb hatte ich mir für die 10minütige Radfahrt eine Goretex-Motorrad-Jacke und meine dicken Motorrad-Handschuhe angezogen. Am Zielort angekommen warf ich, wie immer, meine Jacke aufs Bett, nicht jedoch ohne meine Wertsachen und Schlüssel mir vorher in die Hosentasche zu stecken. Das ist (war!) dort so gang und gebe und nie ist etwas verloren gegangen. Dummerweise hab ich dabei mein schönes und relativ neues Nokia vergessen einzustecken. Nach einem langen Abend will man dann nach Hause und stellt fest, daß die Jacke nicht mehr da ist. Firmenhandy weg (was auch immer das gekostet hat..), plus Jacke und Handschuhe im Wert von etwa 400€. Und dann schön ohne Jacke und Handschuhe nach Hause radeln. So kam es, daß ich mich nach Alternativen umsehen mußte.

Ich habe mir dabei absichliche lange Zeit gelassen (am Rande vielen Dank an Maddin der mir in der Zwischenzeit dieses schreckliche Sonny (sic) Handy überlassen hat!), denn dieses mal sollte das Teil ein paar wichtige Features unterstützen: Online-Sync von Google Contacts und Calendar, vernünftiger Zugriff auf Gmail, guter Browser und die fieseste Einschränkung: Mit unserem Firmen-Rahmenvertrag bei Vodafone kompatibel. Tja, da wird die Wahl eng, speziell wenn man nicht bis Weihnachten 2011 warten will und kann. Ich gehöre zu den Leuten, die 3mal am Tag nachsehen, was es noch gleich für ein Wochentag ist, vielleicht kann man nachvollziehen, daß ich auf einen “ge-sync-ten” Kalender angewiesen bin. In Frage kam eigentlich nur Android, WebOS und iPhone. Das Telekom G1 fiel raus wegen meiner Vertragsbeschränkungen, wann das Andriod Handy von Vodafone namens Magic (örgs.. bekloppter Name) kommen soll, konnte mir niemand sagen, ganz zu schweigen vom Palm Pre mit WebOS, dessen Hype zwar beeindruckend war, aber einen Test im Alltag doch noch abzuwarten wäre. Eigentlich sollte sich das iPhone auch ausschließen, da es in Deutschland exklusiv von der Telekom vertrieben wird, jedoch gibts es für Vodaphone inzwischen tatsächlich eine legale Hintertür das Teil auch hier zu vertreiben und den Simlock hat Apple inzwischen rausgepatcht. Heißt, ich habe jetzt offiziell ein iPhone von Vodafone und bin bisher sehr zufrieden. Meine Kalendar werden kabellos und 2-way gesynct, ebenso meine Kontakte. Ich kann völlig unproblematisch meine Mails in Gmail lesen/schreiben und die im Reader abbonnierten drölfzig RSS-Feeds lesen. Ich weiß übers Wetter bescheid, kann jederzeit auf den Nagios-Status unserer Server einsehen, finde immer meinen Weg und kann sogar online meinen Last.fm Channel hören. Ich habe mir sogar schon ein App gekauft: TouchTerm, ein SSH-Terminal für 0,79€. Lächerlicher Preis und es funktioniert. Klar, natürlich keine Alternative zum Arbeiten, aber wenn ich doch mal zur Afterwork-Party gehe, kann ich von da aus immerhin mal schnell nen hängenden Apache restarten. ;)  Die bisher festgestellten Minuspunkte sind eine sehr mittelmäßige Empfangsqualität und gefühlte 2h Akkulaufzeit. Letzteres wird aber auch daran liegen, daß ich das neue Spielzeug in der Anfangszeit natürlich auch ständig in den Fingern habe. Zur Sicherheit habe ich mir neben einer dünnen Schutzhülle aber auch noch eine Dockingstation fürs Büro und ein Ladekabel fürs Auto bestellt.

Fortsetzung: Part 2

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