Echte Helden
Ich weiß nicht, ob diese Krad-Sucht bei allen Jungs so anfängt. Und natürlich bei den wenigen Mädels, die sich davon anstecken lassen, auch. Bei mir warens es mein (Stief-) Vater und die echten Helden auf den Straßen des kleinen Ortes in dem ich aufgewachsen bin.
Bei meinem Stiefvater durfte ich öfters mal mitfahren, aber das war (nachvollziehbarerweise) eher langweilig, weil viel zu vernünftig. Am interessantesten waren die echten Helden, die auf Ihren völlig übermotorisierten Maschinen die Landstraßen der Umgebung unsicher machten oder an der Imbissbude standen und rumprollten. Die Gefährte hörten, auch zu meinen Zeiten noch, auf die Namen Kawasaki Z1 (bzw. offiziell eigentlich Z900. Z1 war die Kawasaki interne Typenbezeichnung. Z1F genauer gesagt für die erste aus der Serie), die von einem Journalisten nicht zu unrecht auch schonmal als “Frankensteins Tochter” betitelt wurde, oder Honda CB900 Bol d´Or und was die beiden Firmen da jeweils als Nachfolger veröffentlicht haben. Ein muß war in jedem Fall die Marving- oder Marshall-Anlage oder ähnlich brachiales. Damit man sich vorstellen kann, worum es ging:
Aufhänger dieses Geschwafels ist, daß ich nach Jahren endlich wieder die Geschichten von steveman, einem Schreiberling des östereichischen Motorrad Magazins 1000PS, gefunden habe. Ich hatte das irgendwann vor Ewigkeiten schonmal im Usenet gelesen und war begeistert, weil diese Geschichten genau die Atmosphäre wiedergeben, die ich damals auch erlebt habe. Wobei ich zugeben muß, daß ich damals jünger war und deshalb diese Eskapaden nur als außenstehender Zuschauer miterlebt habe und zudem war es auch etwas später und in Deutschland, wo die Halbstarken offenbar etwas mehr Respekt vor der Staatsgewalt hatten als in Östereich. Aber im Grunde war´s gleich.
Also genug Palaver, hier geht´s zu den Geschichten. Lest mal rein.. das Ganze ist echt irre. Aber Achtung, wer der Alpen-Mundart nicht mächtig ist, könnte Probleme bekommen die Dialoge zu verstehen.
Weniger ist mehr
Ich rätsel ja schon lange, ob ich nicht mal wieder wechseln sollte. Ich meine, die Gummikuh ist ja echt nett auf der Straße, solangs schnell genug rollt. Aber sobald man von der breiten Landstraße runter kommt wird mir das einfach zu undynamisch. Die Gute hat einfach zu viel Fleisch auf der Hüfte. Zudem hab ich echt tierisch Bock mich mal ein bißchen im Gelände zu versuchen. Also so´n schön leichter Geländeeintopf wäre doch echt mal was Neues.

Yamaha TT 600 R
Derzeit preferiere ich die alte Yamaha TT 600 R. Mit 131kg leer schön leicht, zuverlässige sehr einfache Technik (Luftgekühlter Einzylinder, Vergaser, Kette, Kickstarter, ..) solide Verarbeitung und gute Geländetauglichkeit. Großes Plus ist vor allem, daß es für die TT, bei zB. off-the-road.de, umfangreiches Zubehör gibt, um daraus genau die Möhre zu machen, die ich haben möchte. Denn ein paar Dinge stören mich schon daran. Besonders der Tank ist nun garnicht nach meinem Geschmack.. mit 10 Litern ist der völlig indiskutabel. Aber wie gesagt, es gibt von OTR oder auch von Acerbis große Tanks, die man (im Gegensatz zu sehr vielen anderen Enduros) angeblich auch eintragen lassen kann. 23 Liter passt. Dazu dann noch eine schöne Verkleidung im Ralley Format, einen Kofferhalter mit kleinen Alus dran und fertig ist die optimale Abenteuer-Reiseschleuder. Und das Ganze ist auch noch ohne Probleme zu finanzieren.. derzeitig kosten gute Gebrauchte maximal 3500€. Wenn ich meine Gummikuh mit Koffer verkaufe sollte locker die kompette Set dabei rausspringen und mein Girokonto sich dabei auch noch etwas erholen.
Ein Problem gibts dabei natürlich noch.. ich müßte endlich mal aus´m Quark kommen.
Leserei
Diese Schmerzen.. Ich tu´s jetzt. Ich ertrage es nicht mehr. Ich muß mich davon einfach befreien, auch wenn ich es mir damit vielleicht zu einfach mache.
Ich werde jetzt das erste mal in meinem Leben ein (freiwillig lesendes) Buch vorzeitig beenden und vorraussichtlich auch gleich in den Müll werfen. Ich quäle mich damit, nein, ich beginne es wirklich zu hassen und es ist schon ziemlich dämlich, sich in seiner Freizeit freiwillig mit etwas zu beschäftigen, das man hasst.
Interessante Charaktere, und gerne sogar eine Identifikationsfigur, eine mitreißende Story, lustige oder dramatische Dialoge, eine dem Leser vermittelte Atmosphäre, sauber recherchierter Hintergrund.. gute Bücher vereinen möglichst viele dieser Eigenschaften. Dan Browns Diabolus hat nichts davon. Ja, ich neige zu Übertreibungen. Nein, dies ist keine.

